Quis ego sum

Knallerfrühstück

Mittwoch 04.11.15

Der nächste Tag begann mit einem Paukenschlag.
Wir saßen beim Frühstück an einem Fenstertisch. Draußen war trotz der frühen Stunde schon ein Fensterputzer zugange.
Das Gebäude ist ein jahrhunderte altes Gehöft. Daher sind die äußeren Fenster dünn und schlecht gedämmt.
Zur Dämmung ist innen ein zweites Fenster angebracht. Dieses ist aber nur mit Magneten an den eigentlichen Rahmen angeheftet. Das alte Fenster wird zum öffnen nach innen gekippt.
Leider war aber der Verschluß anscheinend nicht richtig zu.
So kam es, dass durch den Fensterputzer das Kippfenster nach innen kippte und das innere Fenster weg stieß, wodurch dieses krachend auf unserem Frühstückstisch landete.
Umständlich formuliert? Ja, aber wie erklärt man so eine Konstruktion und deren folgen?
Jedenfalls erzeugte das einen heftigen Knall und erschrockene Gesichter.
Eine zersplitternde Zweifachscheibe erzeugt schon eine recht laute Geräuschkulisse.
Danach waren alle Anwesenden wach, hellwach!
 
Nach diesem Knallstart kamen die schon gestern erwähnten üblichen Bewegungskurse.
Die Kurse sind sehr vielfältig und machen je nach eigenem Bedürfnis Spaß.
Die Therapeuten die diese Kurse geben sind nett, offen und professionell.
 
Am Abend das übliche Abendessen, wonach sich die Patienten langsam auf ihre Zimmer verteilen oder nochmal um den Block gehen.

11.11.15 11:04, kommentieren

In der Klinik

Dienstag 03.11.15

Mein erster richtiger Tag in der Klinik.
In einer Klinik für "Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik".
Als ich um 8h zum Frühstück ging hatte ich eigentlich keinen Hunger.
Nachdem ich kaum geschlafen hatte wußte ich noch nicht was kommt.
Wer wird dort beim Frühstück sein, was für Rituale muss ich einhalten?

Die ersten vom Vortag bekannten Gesichter zeigten sich, andere neue kamen hinzu.
Die Gesichter teils müde, teilweise maskenhaft starr.
Ich sah Menschen die vor dem Frühstück zur Medikamentenausgabe anstanden, mir wurde fast schwindelig. Steht mir das auch bevor?

Das Frühstück selbst bestand aus einem sehr reichhaltigem und abwechslungsreichen wie auch gesundem Buffet.
Dazu stehen ganztägig Fruchtsäfte, verschiedene Mineralwasser, Tee und Kaffee bereit.

Nach dem Frühstück konzentrierte ich mich erstmal auf meinen Tagesplan.
Die Planung für die ersten zwei Wochen hatte ich bereits am Vortag erhalten. Basisdinge wie Bewegungskurse und Gruppenkurse waren bereits eingetragen. Die Lücken zwischen den Kursen werden von den zugewiesen Therapeuten gefüllt.
Der Plan soll immer in Papierform mitgeführt werden, damit durch die Therapeuten flexibel Termine vergeben oder verschoben werden können.
Papierform ist eigentlich nicht mein Ding. Ich habe alles in meinen Androiden übertragen und nutze dessen Erinnerungsfunktion, sonst verpasse ich noch einen Termin.

Die Termine sind vielfältig.
Nicht nur Gesprächstherapie ist wichtig sondern auch verschiedene Körpertherapien, wie z.B. Bewegungsmeditation, Progressive Muskelentspannung, Yoga, Qi-Gong und Achtsamkeitsübungen.
Und auf einmal merkt man, das man doch ganz schön viel zu tun hat, statt sich auszuruhen und selbst wiederzufinden.
Am Ende des Tages war ich dann ganz schön durch.
Mal sehen wie es morgen wird.

10.11.15 09:15, kommentieren

Ab in die Klinik

Montag 02.11.15

Da war er nun, der herbeigesehnte und doch schlimmste Tag, ich gehe in die Klinik.

Die Fahrt dahin war schwierig, etliche mal wollte ich umdrehen.
Ich machte Pausen und dachte mir, Mensch das bekommst du so hin, du brauchst nicht in SO eine Klinik.

Dann kam ich an, es war 15h. Auf dem Parkplatz schnürte sich mein Magen zusammen. Das war schlimmer als ein Zahnarzt und Magen- und Darmspiegelungstermin zusammen.

Aber ich habe es durchgezogen. Bin hinein als wäre nichts geschehen und wurde sehr freundlich, ja schon liebevoll empfangen.

Uff, das ging schon mal.
Mir wurde mein Zimmer gezeigt. Das Zimmer ist wie ein ganz normales gutes Hotelzimmer eingerichtet, geräumig, warm und hat ein schönes Bad. Alles paßt.
Auch den Blick in den herbstlichen Garten kann man genießen. Zumindest solange die Bäume noch ihre farbenfrohen Blätter tragen.

Ich holte meinen Koffer und packte erstmal aus.
Danach meldete ich mich wieder beim Empfang und mir wurde ein Mitpatient als mein Pate vorgestellt.
Er führte mich durch das Haus, zeigte wo man was findet, erzählte Details und sollte mir als Ansprechpartner zur Seite stehen.
Auch wenn ich trotzdem immer einfach am Empfang nachfrage, halte ich das trotzdem für ein gutes Konzept.
Denn dadurch hatte ich in der fremden Umgebung gleich jemand mit dem ich auf Augenhöhe sprechen konnte.

Insgesamt muß ich zudem sagen, dass alle Mitpatienten sehr freundlich auftraten. Jeder kam irgendwann auf mich zu und stellte sich vor.
Hierbei hilft auch, dass man sich hier grundsätzlich duzt und zwar alle, Personal eingeschlossen.

Die Klinik ist klein und sehr überschaubar.
Sie ist in einem alten Gehöft untergebracht, welches zuvor ein Hotel war.
Alles ist alt und hat Charme, man fühlt sich gleich wohl.
Insgesamt gibt es hier 23 Zimmer, von denen sind, schätze ich, 20 belegt.

So endete mein erster Tag mit einem sehr guten Abendessen, bei dem ich mich kaum traute aufzublicken oder andere anzusprechen.
Trotz der vielen neuen "Bekanntschaften" und positiven Eindrücke.
 

9.11.15 11:09, kommentieren