Quis ego sum

Verdammt, nun hat es mich doch erwischt!

Rückblick

2014

Es wird immer klarer, irgendwas stimmt nicht.

Alles fällt immer schwerer, die Konzentration ist kaum eine Stunde aufrecht zu halten. Schon der Gedanke an mein Büro ermüdet mich. Unde erst der Stau, er wird jeden Tag länger.

Ich sitze laufend bei irgendeinem Arzt.

Die sagen dies und das. Es dringt nicht zu mir durch. Brav gehe ich zum nächsten empfohlenen Spezialisten.

Sie zapfen mir Blut ab, schreiben horrende Rechnungen, spritzen mir Hormone und andere Mittelchen.

Weitere Arztbesuche. Zum erstenmal wird es ausgesprochen, Sie sind fertig, Sie brauchen eine Auszeit, Ich würde Sie am liebsten sofort für 6 Wochen rausnehmen!

Ich? Achwas, der nächste Urlaub bringt mich wieder hoch, das hat immer geklappt!

2015

Jahreswechsel, zwei Wochen Urlaub, mir geht es gut.

Fast, aber nach ein paar Tagen ist von der Erholung nichts mehr da.

Arztbesuche, weitere Hinweise auf eine Auszeit.

Sommerurlaub, 3 Wochen in die Sonne!

Superreise, aber warum bin ich nicht erholt?

Spätsommer, es geht kaum noch was.

Das morgendliche Aufstehen, die Fahrt zur Arbeit, ein Martyrium.

Die Arbeit geht nicht mehr von der Hand. Eigentlich geht gar nichts mehr, Texte sind schneller vergessen als gelesen, die Augen fallen mir zu.

Die Tatsache läßt sich nicht mehr leugnen, es geht nicht mehr.

Diagnose: Erschöpfungsdepression, der Arzt nimmt mich raus.

6.11.15 22:59, kommentieren